Google verkauft sein Handy-Geschäft an Lenovo

Freitag, 31. Januar 2014

Diese Meldung kam für viele Kenner der Materie doch ein wenig überraschend: Google gibt seine Allianz mit Motorola auf und verkauft seine Handysparte an Lenovo, heute die Nr. 1 im weltweiten PC-Geschäft. Diese Beziehung, die damit gerade einmal 20 Monate gehalten hat, war zu mindestens buchhalterisch ein schlechtes Geschäft. Der Verkauf geht für 2,9 Milliarden Dollar über die Bühne, bei der Übernahme betrug der Preis von Motorola noch gut das Vierfache.

Bei den Filetstücken bleibt alles beim Alten

Dennoch hatte die kurze Partnerschaft dazu beigetragen, dass Motorola heute ökonomisch besser auf dem Smartphone-Markt aufgestellt ist. Dazu hat neben der Entlassung von über 5.000 Mitarbeitern gleich nach der Google-Übernahme, dem Verkauf aller Fertigungsstätten an Flextronics aber auch das konsequente Zusammenstreichen der bis dahin unübersichtlichen Produktpalette geführt. Dadurch gelang es, dass der Marke Motorola mit ihren heute sehr beliebten Modellen Moto X oder seinem preiswerteren Ableger Moto G wieder ein neuer Marktdurchbruch gelang. Nach dem Eigentümerwechsel behält Google dennoch einige Sparten für sich, darunter vorwiegend solche, für die es noch einen langjährigen Schutz gibt und das sind immerhin gut 10.000 Patente. Seine inzwischen sehr begehrten Aktienpakete darf Motorola ebenfalls nicht mit nach China nehmen.

Lenovo Smartphones bald auch in Deutschland?

Was aber war die Motivation des Deals, die Lenovo verfolgt? Vordergründig sind es sicher die Expansionspläne für Europa, denn bislang werden die Smartphones des chinesischen Herstellers vorzugsweise im eigenen Land verkauft. Der Umsatz reichte dennoch, um mit dieser Sparte auf Rang 5 der weltbesten Handymarken zu gelangen. Daraus könnte allerdings schon in Kürze, hinter Apple und Samsung, der dritte Platz werden. Auf das zukunftsträchtige, weil persönlich konfigurierbare Komponenten-Smartphone, muss Lenovo allerdings ebenfalls verzichten. Das weit fortgeschrittene ARA-Projekt mit seinen 100 Motorola-Mitarbeitern verbleibt ebenfalls bei Google.