Vorinstallierte Spionagesoftware auf Smartphones entdeckt

Dienstag, 6. Dezember 2011

Kürzlich wurde bei derzeit aktuellen Smartphone-Modellen eine vorinstallierte Spionagesoftware entdeckt. Betroffen sind vor allem gängige Modelle mit den Betriebssystemen Android und Symbian. Des Weiteren wurde die schädliche Software auf Blackberry-Telefonen und Apple-Modellen identifiziert. Laut aktueller Informationen ist es nicht relevant, woher man das jeweilige Gerät hat.

Smartphones sind im Grunde genommen kleine Alleskönner, die die Funktionalitäten eines Computer sowie eines Handys unter einem Gehäuse miteinander vereinen. So werden Daten über Internetseiten und Apps per kabelloser Übertragungstechnik an den zuständigen Mobilfunkanbieter übermittelt und gespeichert. Die Sammlung von persönlichen Benutzerdaten wie etwa Bankverbindungen und andere Anwendergewohnheiten könnten in einer Datenbank gesammelt und ausgewertet werden. Daraus würde sich ein sehr genaues Profil eines Anwenders erstellen lassen.

Laut aktueller Informationen wurden nun mehrere Fälle in den USA bekannt, wonach das Unternehmen Carrier IQ eine Spionagesoftware an Mobilfunkanbieter und die Hersteller von Smartphones ausliefert. Die Software sei demnach in der Lage, Informationen über Daten auszulesen, die der Benutzer eines Smartphones mit dem Gerät teilt. Die Software wurde intelligent zwischen den Eingaben des Anwenders und den Grundfunktionen eines mobilen Endgerätes platziert und fungiert an dieser Stelle als versteckte Kommunikationsschnittstelle zu den Mobilfunkanbietern.

Momentan kann die Auswirkung dieses für jeden Datenschützer unvorstellbare Szenario nur schlecht abgeschätzt werden. Ein Sprecher von Carrier IQ bezifferte die Anzahl der betroffenen Endgeräte auf über 150 Millionen. Die neugierige Software taucht nicht als gestartete Anwendung auf und kann somit nicht deinstalliert werden.

Trevor Eckhart, seines Zeichens Android-Entwickler, entdeckte die Spionagesoftware. Carrier IQ versuchte im Anschluss daran ein Klage einzureichen, damit Eckart kein Gehör geschenkt bekommt. Rechtzeitig schaltete sich aber die Datenschutzorganisation Elctronic Frontier Foundation ein, was zur Zurücknahme der Klage führte.