Wachstum bei mobilen Zahlungen: Visa investiert jährlich 100 Mio. Euro in neue Zahlsysteme

Donnerstag, 5. Mai 2011

1980 wurde die Visa Card in Deutschland eingeführt. Nun hat sie einen ungefähren Marktanteil von 50 Prozent am Kreditkartengeschäft. Seit den 80er Jahren haben es Visa und andere Kreditkartenunternehmen geschafft, das beliebte Bargeld bei der Bezahlung zurückzudrängen und den Bürgern aufgezeigt, dass eine bargeldlose Zahlung von Produkten und Dienstleistungen einfacher und sicherer zu bewerkstelligen ist.

In der Tat hat die Kreditkarte einige Vorteile, wie den Kreditrahmen und dass man keine hohe Summen Bargeld mit sich herumtragen muss, was immer ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Visa muss aber an die Zukunft denken. Denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Der harte Konkurrenzkampf um die zukünftigen Zahlmethoden hat den Konzern nun dazu bewogen, hohe Investitionen in das Bezahlen per Mobiltelefon zu tätigen. Über mehrere Jahre hinweg sollen 100 Millionen Euro investiert werden – pro Jahr. Das ist nötig, da Visa im bargeldlosen Bezahlen per Handy große Chancen für das Unternehmen sieht. Bereits im Jahr 2020 sollen mehr Transaktionen mit dem Handy als mit Kredit- oder EC-Karten zusammen getätigt werden.

Konkret: Momentan werden immer mehr Handys mit dem Funkstandard NFC ausgeliefert. Dieser „Near Field Communication“ Standard soll in Verbindung mit dem Zahlungsstandard EMV und den entsprechenden Geräten zukünftig das einfache Bezahlen mit dem Handy möglich machen. Nächstes Jahr sollen von der Mobilfunk-Industrie bereits 70 Millionen Handys und Smartphones, die NFC integriert haben, ausgeliefert werden. Dieses Jahr sollen es etwa 35 Millionen werden.

Bereits dieses Jahr will Visa auch das mobile Bezahlen erstmals ermöglichen. Besonders in Frankreich und Großbritannien, wo das bargeldlose Bezahlen weit verbreiteter als hierzulande ist, soll zuerst investiert werden und die neue Technik eingesetzt werden. Dafür muss die Infrastruktur bereitgestellt und das System etabliert werden. Dafür bedarf es der Zusammenarbeit von Banken, dem Staat und dem Handel. Das kostet viel Geld, soll sich nach Ansicht von Visa aber mehr als auszahlen. Schließlich verdient der Konzern an jeder einzelnen Transaktion kräftig mit.

Deutsche Verbraucher werden sich allerdings noch gedulden müssen. Erst zwei Jahre später, so schätzt Visa, soll das System in Deutschland einsatzfähig sein. Hierzulande wird vor allem über technische Spezifikationen seitens der Banken gerungen. Ob die Zweifel berechtigt sind, werden die olympischen Spiele 2012 in London zeigen. Besucher der Veranstaltungen sollen dort mit dem Handy Zahlungen tätigen können.